Was ist Tanz – und Bewegungstherapie?

Durch Bewegung, Tanz und Musik können Menschen Energie schöpfen, auch ParkinsonpatientInnen.

Ein Zitat aus der Masterarbeit von Frau Mag. Ursula Löwe MA an der SFU Sigmund Freud Universität Wien, mit dem Titel:

Vitalität und Krankheitsbewältigung bei ParkinsonpatientInnen durch Wandel des Selbsterlebens in langfristiger Tanztherapie

„… PatientInnen können eine prägnante Veränderung ihres Selbsterleben durch die Tanz Therapie wahrnehmen: von Lähmung und Enge zu Befreiung, Freude, und Selbstannahme, Selbstmächtigkeit im lustvollen Erproben neuer Möglichkeiten, sowie soziale Verbundenheit.“ (Löwe 2018)

 

www.tanzklang.at

In der Tanztherapie wird der therapeutische Prozess mittels Tanz und Bewegung strukturiert. Neue Bewegungsmöglichkeiten und alternative Handlungsmodelle können erlebt bzw. erarbeitet, die gesunden Anteile der Persönlichkeit gestärkt werden. Um die Bewusstwerdung und Integration der Bewegungserfahrung zu fördern, wird verbale Reflexion eingesetzt.

Gemäß dem Berufsverband der TanztherapeutInnen (BTD 2018) liegen die Ziele der tanztherapeutischen Arbeit in der „Wiedererlangung, Erhaltung der Gesundheit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten“.  Angestrebt wird sowohl der Erwerb neuer Möglichkeiten von Beziehungsgestaltung und Handlungskompetenz, die Förderung der Körperwahrnehmung und Entwicklung eines realistischen Körperbildes als Grundlage eines adäquaten Selbsterlebens und einer angemessenen Fremdwahrnehmung, wie auch eine Stärkung des Selbstwertempfindens und der Selbstwirksamkeit durch bewusste Anknüpfung an Ressourcen. Weiteres Ziel ist es, die soziale, körperliche und seelische Stabilisierungskompetenz und den selbstbestimmten Ausdruck zu erhöhen. Zentrale Bedeutung hat auch die Erweiterung des Bewegungsrepertoires im Sinne der nachreifenden Ich-Entwicklung, sie soll die Problemlösefähigkeit erhöhen. (Löwe 2018)

Hier weitere Studienergebnisse:

 „Die Erkenntnisse legen nahe, dass Tanztherapie und Tanz die gesundheitsbezogene Lebensqualität und das Gesundheitsverhalten von Menschen mit Parkinson-Krankheit positiv beeinflussen können. Tanz regt dazu an (1) die Kontrolle über den eigenen Körper wiederzuerlangen und auszuüben und (2) umfangreiche soziale Interaktionen einzugehen, die nachweislich die Lebensqualität verbessern. Eine Interventionsstudie von Lewis und Kolleginnen (2014) wertet den Effekt von der Tanzintervention (hier Gesellschaftstanz) auf die Stimmung aus. Die generelle Stimmungsbeeinträchtigung und die Unterskala Ärger verbesserten sich signifikant am Ende einer 12-wöchigen Intervention.“  (Bräuninger 2014: 181).

Kratz (2015: 36f.) resümiert aus aktuellen tanztherapeutischen Studien, dass alle PatientInnen eine Verbesserung der körperlichen Symptome, vor allem des Gleichgewichts und des Ganges, aber auch des Rigors feststellen konnten. Auch Parameter der Lebensqualität – Stimmung, Mobilität, zwischenmenschliche Kommunikation und Mimik – wurden durch die Tanztherapie verbessert. Kratz (2015: 38)