Pflanzen Darstellungen im Jahres Rhythmus
Christina Holländer 2016
im Eigenverlag ISBN 97873200046474

„Frau U. wurde durch Ihre eigenen Ideen im Umgang mit der Natur immer lebendiger.“ 
(Holländer 2016, S. 25)

Was ist  Gartentherapie, GT?
Menschen brauchen Naturerfahrungen, sie haben großen Einfluss auf die Sinne, Intelligenz, körperliche, seelische und geistige Gesundheit.

Warum fühlen wir uns wohl in der Natur? „Der Mensch ist als Produkt der Evolution ein Teil der Natur. Die größte Zeitspanne innerhalb seiner Geschichte lebte der Mensch unmittelbar in und mit der Natur.“ (vgl. Sempik, Ninr & Wilcox 2010)

AHTA (American Horticultural Therapy Association):  „Gartentherapie ist ein Prozess, in dem Pflanzen und gärtnerische Aktivitäten genutzt werden, um Körper, Seele und Geist des Menschen zu fördern und zu stärken. GT ist eine wohltuende Behandlung für Menschen aller Altersgruppen, Herkünfte und Fähigkeiten“.
 
Thrive (Englischer Verband zur Förderung der Gartentherapie) : GT ist der Gebrauch von Pflanzen und pflanzenbezogenen Aktivitäten durch ausgebildete Fachleute als Mittel, durch das bestimmte, klinisch definierte Ziele erreicht werden können“.
 
ZHAW Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Dept. „Life Sciences and Facility Managment“, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen, Wädendswill hat eine Studie: „ Pflanzen als Mittel therapeutischer Pflegeinterventionen“ in Innenräumen von Altersheimen 2011 bis 2014 durchgeführt. Evaluationsverfahren für den Einsatz mit Pflanzen in der Alltagsgestaltung wurden dabei entwickelt.
Jarrot &Giliotti untersuchten die Auswirkungen von drei unterschiedlichen GT Aktivitäten vor allem bei Demenz- Erkrankungen: Kochen, handwerkliche Tätigkeiten und das Pflanzen kamen zum Einsatz. Im Ergebnis zeigten sich alle drei gleichermaßen positiv. Die kognitiven, psychosozialen und psychischen Fähigkeiten der Teilnehmer/Innen wurden gesteigert.
 
Die Forscher sprechen von einer großen Anwendungsbreite, vom Pflanzen bis hin auf den Teller- damit kann das ganze Jahresprogramm gestaltet  werden. (vgl. Jarrot & Giliotti 2004)
 
„Mit Pflanzen im Innenraum zu arbeiten = die Verbindung nach draußen ins Freie, ins Früher und zum Jetzt in die Jahreszeit“ der Symbolcharakter der Pflanzen kann bei jedem Einzelnen Erinnerungen auslösen. (Holländer 2016 ,S. 128)
 

Aus der Praxis:  Gartentherapie auf der Palliativ Station der Universitätsklinik des AKH

„Die Blumen fürs AKH kaufe ich je nach Saison. Mir ist es wichtig, die Düfte und Farben der jeweiligen Jahreszeit einzufangen und diese pflanzlichen Materialien den Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu stellen. Ich breite auf der Tischdecke im Besprechungsraum alles aus, was ich vorbereitet habe. Manchmal werden bereits dabei Angehörige oder Patientinnen neugierig, die im Gemeinschaftsflur sitzen. Grundsätzlich freue ich mich über alle, die mich besuchen und mitarbeiten. Oft geschieht das nacheinander, einzeln oder in kleinen Gruppen. Während der zwei Stunden gehe ich in alle Zimmer der Station und biete kleine floristische Tätigkeiten an. Es kommt oft vor, dass ich am Bett sitze und mit jemand zusammen Kränze binde, Blumen fädele, einen Strauß in einer Vase herrichte. Manchmal möchte dann die Bettnachbarin mitmachen, obwohl sie zuvor skeptisch war. Auch das Pflegepersonal kommt vorbei, freut sich über den guten Duft im Zimmer, bewundert die Werkstücke und alle kommen miteinander ins Gespräch. Gartentherapie bietet an, etwas zu gestalten, etwas mit den Händen zu tun, die Sinne einzusetzen, da zu sein, Schönheit zu erleben. Daraus ergeben sich viele Kontakte und Begegnungen, die wohltuend wirken und Halt geben können.“

Mag.art Solveig Kelber Meisterfloristin, akad. Expertin Gartentherapie